Forschungsprojekt Lebensmittelsicherheit

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Der Verein Natur.Bauern.Hof. veröffentlicht hiermit den Vorstandsbeschluss vom 25.6.2016,  für das Forschungsprojekt Lebensmittelsicherheit in Bezug auf Handwerk und Rohmilch.
Der Mensch als Sicherheitsrisiko versus Sicherheitsgarant?

Einleitung:

Eine wachsende Anzahl von Verbrauchern, schätzt und liebt Rohmilchprodukte. Ein Teil der Verbraucher ist sogar auf Rohmilchprodukte für deren Gesunderhaltung angewiesen. Es gibt also von der Verbraucherseite ein begründetes Interesse an dieser Studie.

Auf der anderen Seite gibt es viele kleine Bauern und Lebensmittelhandwerker für die Rohmilchprodukte das wirtschaftliche Überleben sichern. Auch von dieser Seite besteht ein berechtigtes Interesse an einer derartigen Studie.

Die Fragestellung:

Warum wollen wir forschen?

Lebensmittelsicherheit ist eines der wichtigsten Themen der Behörden in Bezug auf Verbraucherschutz. Und das zu (r)echt, denn der Mensch als Verbraucher hat ein An(r)echt auf qualitativ hochwertige Lebens-Mittel.

Bis vor 50 Jahren gab es nur das Lebensmittelhandwerk. Erst Anfang der 70 iger Jahre begann man die Lebenmittelverarbeitung zu industrialisieren. Früher stand der Mensch im Mittelpunkt des Schaffens, seine Erfahrung, sein Können, seine Leidenschaft, sein Spürsinn dafür, was gut, perfekt und nicht so gut oder gar verdorben war. Das hatte sich seit Jahrtausenden bewährt und zu dieser Zeit gab es keine Labors die Lebens-Mittel überprüfen konnten. Der Mensch mit seinem Körper war das Labor, mit seinen Sinnen und seinem Gespür und er hatte sein Labor immer bei sich. Wir alle sind der lebendige Beweis dafür, denn sonst wären unsere Vorfahren schon längst ausgestorben.

Im industriellen Fertigungsprozess ist man heute soweit fortgeschritten, das bis zum fertig verpackten Produkt, keine Hand des Menschen mehr nötig ist. Aus hygiene-technischer Sicht perfekt. Betriebseigene Labors überwachen die Prozesse, soweit so gut, doch damit wollen wir uns nicht aus-ein-ander-setzen. Die industrielle Nahrungsmittelherstellung ist gut organisiert mit gut durchdachten Hygienekonzepten und das wollen wir mal so stehen lassen, denn darum kümmern sich schon genug Wissenschaftler.

Der Mensch die Fehlerquelle? Der Mensch das Sicherheitsrisiko? Die handwerkliche Lebens-Mittel-Herstellung im Gegensatz zur standardisierten Fliesbandproduktion?

In diesem Spannungsfeld werden heute Lebens-Mittel-Handwerker in Form von mehr und mehr Auflagen, Richtlinien, Vorschriften, Aufzeichnungen, Industriestandards konfrontiert um diese einzuhalten und bei Übertretungen derselben auch sofort und hart bestraft.

Doch was kann der Mensch was die Maschine nicht kann? Was kann der Mensch in seiner Tätigkeit als Lebens-Mittel-Handwerker in Bezug auf Lebensmittelsicherheit? Was ist Leben? Wodurch entsteht Leben und ein Lebens-Mittel? Was muss ein Lebens-Mittel können? Und was verträgt und verzeiht ein Lebens-Mittel wenn es nach seiner Entstehung nicht optimal behandelt wird?

Der Mensch hat die Fähigkeit zu lieben und die Fähigkeit auch Liebe auszudrücken. Kann im Gegensatz zu maschinell gefertigten Nahrungsmittel der Mensch durch seine Hände die Liebe in die Lebens-Mittel einfließen lassen? Wird dadurch ein Lebens-Mittel sicherer und besser vor Verderb geschützt. Ist die Liebe im Lebensmittel messbar?

Diesen und vielen weiteren Fragen, wollen wir mit der Studie auf den Grund gehen, um den Menschen und seinen Bedürfnissen als geistig beseeltes Wesen wieder ge(r)echt zu werden und ihm zu seinem (R)echt auf qualitativ hochwertige Lebens-Mittel zu verhelfen. „Denn gut essen und trinken hält Leib und Seele zusammen“.

Was soll erforscht werden?

Rohmilch und Rohmilchprodukte in Verbindung mit handwerklicher Verarbeitung stellt heute das absolute „no go“  und das höchste Sicherheitsrisiko laut Behörden dar. Also die perfekte Ausgangssituation für uns, mehr Erkenntnisse darüber zu gewinnen, ob dem auch wirklich so ist.

Wie soll geforscht werden?

Es sollen praktische Produktionsabläufe stattfinden, um möglichst praxisorientierte Ergebnisse zu erzielen. Im Mittelpunkt soll der Mensch stehen, der sich von seinem Gespür und seiner Erfahrung leiten lässt. Der Mensch prüft die einzelnen Chargen durch seine ihm gegebenen und entwickelten Sinne und Gefühl, wie Geschmack, Frische, Geruch, Konsistenz, Aussehen,   udgl. auf seine Qualität, dokumentiert diese und gibt sie zum Verzehr frei oder auch nicht wenn er es für minderwertig befindet. Dazu laden wir Behörden und Fachhochschulen ein, das Forschungsprojekt mit Laboruntersuchungen zu begleiten und zu dokumentieren,  um die Sinne des Menschen und deren Trefferquote zu überprüfen.

Weiters laden wir Händler, Marktfahrer, Restaurants, Großhändler udgl. ein, sich an dem Forschungsprojekt zu beteiligen um einen praktischen Produktlauf zu gewährleisten und praktische Bedingungen herzustellen, die zum Teil gewollt nicht den optimalen Bedürfnissen des einzelnen Produktes entsprechen um herauszufinden, was dieser Art erzeugte Lebens-Mittel dulden, verzeihen und verkraften können ohne zu verderben. Reklamationen hierzu und allgemein sollen genau dokumentiert und in Labors geprüft werden um herauszufinden ob das Lebens-Mittel noch sicher ist oder nicht.

Wir laden auch Verbraucher ein, dieser Art hergestellten Lebens-Mittel zu konsumieren und bitten diese sie zu prüfen mit all ihren Sinnen und dies ebenfalls zu dokumentieren und auch etwaige Reklamationen sollen ebenfalls genau dokumentiert und untersucht werden.

Wo soll geforscht werden?

Es soll in einem praktischen Umfeld geforscht werden, das gewollt nicht den Anforderungen eines Reinraumes entspricht. Sauber jedoch nicht Keimfrei soll  es sein. Dazu soll eine bestehende Hofkäserei genützt werden die dem praktischen Hintergrund bereit stellt.

Wie lange soll geforscht werden?

Die Studie wird auf einen Zeitraum von 30 Jahren festgelegt um ein umfangreiches Ergebnis zu gewährleisten. Diese Langzeitstudie soll Wissen schaffen und uns exakte begründete Anworten auf unsere Fragen liefern und Ängste zu diesem auf-lösen.

Wer soll an der Forschung beteiligt sein?

Bauern die Rohmilch bereit stellen von geweideten, horntragenden und Heu gefütterten Kühen ohne Kraftfutter. Erfahrene Käser, Läden, Restaurants, Händler, Verbraucher um einen möglichst praktischen Ablauf zu garantieren. Je mehr Leute sich daran beteiligen desto aussagekräftiger wird die Studie. Darum soll auf Infoständen Verbraucher für diese Studie geworben werden.

Was wollen wir mit dieser Forschung erreichen?

Wir wollen herausfinden, wie sicher sind handwerklich hergestellte Lebens-Mittel aus Rohmilch. Wir wollen auch wissen, ob die Ängste der Behörden und Gesetzgeber vor Rohmilch und handwerkliche Lebens-Mittel berechtigt sind oder nicht. Ob die Liebe in einem handwerklich hergestellten Lebens-Mittel vielleicht einmal  in Labors messbar ist? Doch  für den Verbraucher ist die Liebe fühlbar, also wahr-nehm-bar, soviel können wir jetzt schon sagen.

Wir sind gespannt was dieses Forschungsprojekt uns zeigen wird.

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